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#289

#289 "Es braucht eine Ansage, in welcher Gesellschaft wir leben wollen"

92m 17s

Der rechte Kulturkampf gegen Trans-Personen und Queers ist auch ein Klassenkampf von oben, sagen Lia Becker und Atlanta Ina Beyer. Was Linke dem entgegenhalten können, danach fragt ihr Sammelband "Bite back!". Ein Gespräch über queere Klassenerfahrungen, die Grenzen liberaler LGBTIQ-Politiken und die Vision eines intersektionalen Sozialismus.

#288 Mythos

#288 Mythos "Überbevölkerung": Wie mit Fortpflanzungs-Paranoia Politik gemacht wird

84m 39s

Die Behauptung, dass eine wachsende Weltbevölkerung soziale oder ökologische Probleme schafft, ist so alt wie falsch. Doch der Mythos von der "Überbevölkerung" ist angesichts von Klimakrise und sinkenden Geburtenraten in reichen Ländern stark wie lange nicht mehr, ein Zuviel an Bevölkerungswachstum gibt es dabei immer nur bei "den Anderen" – im globalen Süden oder unter marginalisierten Gruppen. In ihrem Buch "Das Bevölkerungsargument" zeigt die Rechtswissenschaftlerin Dana Schmalz, wie mit der Angst vor "zu vielen Menschen" Politik gemacht wird: etwa wenn sich Rassismus in Entwicklungspolitik einschleicht, Regierungen eine autoritäre Geburtenpolitik betreiben oder Ökofaschisten ihren Menschenhass mit Klimaschutz rechtfertigen. Ein Gespräch über...

#287 Kolonialismus:

#287 Kolonialismus: "Die Nicht-Aufarbeitung der Verbrechen grenzt an koloniale Amnesie"

98m 33s

Der deutsche Umgang mit den eigenen Kolonialverbrechen in Afrika ist heute noch immer geprägt von Verleugnung und Verdrängung, sagt Henning Melber. In seinem Buch "The Long Shadow of German Colonialism" untersucht der Politikwissenschaftler die (Nicht)Aufarbeitung des ersten deutschen Genozids vor 120 Jahren an den Ovaherero und Nama in der Kolonie Deutsch-Südwestafrika, dem heutigen Namibia. Ein Gespräch über die Abwehrmechanismen in der Auseinandersetzung mit Deutschlands dunkler Kolonialvergangenheit, die anhaltende Marginalisierung der Nachfahren der Opfer und Reparationen als Bedingung einer ernsthaften Aussöhnung.

Vom Trump-Sieg zur Bundestagswahl: Elon Musk, Big Tech und die Zukunft der Demokratie

Vom Trump-Sieg zur Bundestagswahl: Elon Musk, Big Tech und die Zukunft der Demokratie

78m 54s

"Only the AfD can save Germany" - mit Tweets wie diesem versucht Elon Musk, in den deutschen Wahlkampf einzugreifen. Nachdem Musk Donald Trump mit hunderten Millionen Dollar finanzierte, unterstützt der Milliardär jetzt die AfD in Deutschland. Das nehmen Inken Behrmann und Valentin Ihßen zum Anlass, um mit dem US-amerikanischen Kommunikationswissenschaftler und Aktivisten David Karpf über die Verbindung zwischen Big Tech und dem globalen Rechtsruck zu sprechen. Gemeinsam beleuchten sie, wie das einst liberale Silicon Valley zur Stütze autoritärer Regierungen wurde und wie Tech-Milliardäre ihre Plattformen von einem Ort der Gegenmacht entweder entpolitisieren oder sie zu einem Instrument rechter Propaganda umbauen....

#286 Bundestagswahl 2025: Kampf ums politische Überleben der Linken

#286 Bundestagswahl 2025: Kampf ums politische Überleben der Linken

68m 53s

Bei der vorgezogenen Neuwahlen geht es für die Linkspartei ums Überleben, die Partei dümpelt in Umfragen unter der Fünf-Prozent-Marke und könnte aus dem Bundestag fliegen – statt Erneuerung nach krisenreichen Jahren droht der weitere Niedergang im außerparlamentarischen Nirwana. Das Ruder rumreißen sollen Haustürwahlkampf, ein Fokus auf Soziales und der Kampf um aussichtsreiche Direktmandate. Wie unmittelbar die Rettung und eine längerfristige Neuaufstellung der Linkspartei gelingen kann, darüber spricht Jan van Aken, Co-Parteichef und Spitzenkandidat, im Dissens Podcast.

"Wir möchten Teil einer Linken sein, die eingreift und interveniert"

90m 36s

Raus aus der Szene, rein ins Handgemenge der gesellschaftlichen Auseinandersetzungen. Mit diesem Anspruch ist die interventionistische Linke (IL) vor fast 20 Jahren angetreten. Ihr Ziel war es, eine gesellschaftlich relevante, radikale Linke zu werden: sichtbar und ansprechbar, um politische Hegemonie zu kämpfen und Gegenmacht zu organisieren.

Seitdem ist viel passiert. Die IL konnte große Erfolge mitfeiern, wie den gewonnenen Volksentscheid von Deutsche Wohnen & Co enteignen oder die beeindruckenden Aktionen zivilen Ungehorsams von Ende Gelände in den Braunkohlerevieren in NRW und der Lausitz. Doch neben den beeindruckenden Mobilisierungserfolgen bleiben die realpolitischen Ergebnisse oft hinter den Erwartungen zurück: Auch wenn der...

#285 Venezuela: Wie konnte es zum Niedergang der sozialistischen Utopie kommen?

#285 Venezuela: Wie konnte es zum Niedergang der sozialistischen Utopie kommen?

111m 6s

Venezuela, das Land war für Linke weltweit ein Symbol für die Möglichkeit eines sozialistischen Aufbruchs. Doch nach dem Tod von Ex-Präsident Hugo Chávez und dem Einbruch der Erdölpreise ist Venezuela in die tiefste Krise seiner Geschichte geschlittert – das, was als sozialistische und basisdemokratische Revolution begann, entwickelt sich unter Nicolás Maduro immer weiter zu einem autoritären Projekt. Nach den gefälschten Wahlen wird der Chavez-Nachfolger seine nächste Amtszeit ohne demokratische Legitimität antreten. Wie es zu diesem ungeheuren Niedergang kommen konnte, erklärt der Journalist Tobias Lambert in seinem Buch "Gescheiterte Utopie? Venezuela ein Jahrzehnt nach Hugo Chávez". Im Dissens Podcast sprechen wir...

#284 Demokratische Planwirtschaft: Wie könnte eine Ökonomie jenseits des Marktes aussehen?

#284 Demokratische Planwirtschaft: Wie könnte eine Ökonomie jenseits des Marktes aussehen?

107m 51s

Planwirtschaft ist ein Reizwort, Inbegriff des Scheiterns des Realsozialismus. Doch um der Klimakrise zu begegnen, wäre eine Überwindung der destruktiven Marktkräfte nötig - und das würde nur funktionieren, wenn mehr geplant wird. Aber wie ließe sich planen, ohne die Fehler der realsozialistischen Kommandowirtschaft zu wiederholen? Was sind Ideen von Planung, die den Weg in eine bessere Zukunft weisen? Im Dissens Podcast beleuchten wir das Thema demokratische Planwirtschaft aus verschiedenen Blickwinkeln, den Anfang der Serie "Was ist der Plan?" macht der Sozialwissenschaftler Christoph Sorg, er spricht zur Einführung über die neue Planungsdebatte und Elemente eines demokratisch-sozialistischen Planungsbegriffs.

#283

#283 "Lob der Identitätspolitik": Warum Demokratie den Kampf um Identitäten braucht

98m 22s

Identitätspolitik gefährde die Demokratie, so heißt es immer wieder in der öffentlichen Debatte. Nicht nur von Rechten und Liberalen, auch von Linken gibt es Kritik an einem Politikstil, der sich gegen Diskriminierung richtet, dabei aber angeblich zu Stammesdenken, Cancel Culture und gesellschaftlicher Spaltung führt. Im Gegenteil, sagt Karsten Schubert. Identitätspolitik ist für die Verbesserung unserer Demokratien unverzichtbar. In seinem Buch "Lob der Identitätspolitik" verteidigt der Philosoph den Bezug auf Identitäten als Notwendigkeit, um Diskriminierungsverhältnisse sichtbar zu machen und das universalistische Versprechen unserer Gesellschaften zu konkretisieren. Ein Gespräch über die Demokratisierung der Demokratie, identitätspolitische Sackgassen und einen neuen linken Universalismus.

Ampel-Aus und Angriff auf VW-Beschäftige: Wie weiter für Linke in der Vielfachkrise?

Ampel-Aus und Angriff auf VW-Beschäftige: Wie weiter für Linke in der Vielfachkrise?

92m 35s

Trump-Wahl, Ampel-Aus: Im Tumult geht die aktuelle Wirtschaftskrise fast unter - vor allem der Konflikt bei VW zwischen Konzernmanagement und Beschäftigten. Hans-Jürgen Urban, Vorstandsmitglied der IG-Metall erklärt im Interview bei "Was tun?", wie sich in dem Tarifkonflikt bei Deutschlands größtem Autobauer die Polykrise aus Erderhitzung, geopolitischen Verwerfungen und Klassenkonflikten zeigt. Außerdem sprechen Valentin und Inken mit Hans-Jürgen Urban darüber, wie sich die Mosaik-Linke in der Polykrise neu zusammensetzen kann.